Es gibt ein schönes Märchen über Unglück und Glück.
Du kannst es unten lesen. Es handelt davon, dass sich das Leben immer indirekte Wege sucht, uns „auf den richtigen Weg“ zu bringen. Es stellt uns nicht einfach an einen Platz und sagt: das ist nun deine Aufgabe hier. Nein, es gibt uns viele Gelegenheiten, uns aus uns selbst heraus zu entwickeln und uns zu erinnern an das, was wir wirklich sind!
Wenn wir offenen Auges und Herzens durch die Natur gehen, sehen wir es: das Lebendige und Beseelte darin (zu dem wir natürlich auch gehören), wächst und gedeiht genau da gesund und kraftvoll, wo es die besten Bedingungen vorfindet. Gesundheit und Kraft werden also nicht von der Natur gemacht, sondern sie entstehen, wenn alles stimmt. Ein Beispiel: Stell dir einen Gärtner vor, der einen neuen Garten gestalten will. Er pflanzt Samen in die Erde und will für deren Wachstum gute Bedingungen schaffen (Boden, Standort, Wasser, Licht, Zuwendung), damit sie keimen und zu schönen Pflanzen werden. Indirekt beeinflusst er damit den Wachstumsprozess. Indirekt deshalb, weil er das Wachstum der Pflanzen nicht machen kann. Er pflegt und hegt sie, so gut er kann, er braucht Geduld und das Vertrauen: Es wächst! Es wächst dann, wenn es den Samen gut geht und sie ihre Köpfchen aus der Erde heraus der Sonne entgegen strecken wollen.
Wie sieht das in unserem Leben aus?
Für unser körperliches Dasein gilt dasselbe: wenn wir die besten Bedingungen schaffen, fühlen wir uns wohl! Eine große Rolle spielen dabei die Bewegung, die Atmung, die Ernährung (sowohl materiell als auch geistig!). Das sind wertvolle Bausteine für unser Leben, mit denen wir Einfluss auf unser Wohlbefinden haben, dennoch können wir auch Gesundheit nicht MACHEN.
Wie sieht es mit unserem Innenleben aus, psychisch/emotional/spirituell? Wie empfinden wir uns in unserem Wesen und Sein? Durch immer wachere Präsenz. Dadurch, dass wir unseren inneren Heiler nähren durch eine immer tiefere Annahme dessen, was und wer wir sind. Und ebenso, indem wir die bewusste Bereitschaft haben, a) unseren Horizont auszuweiten, b) innere Programmierungen und Handlungsmustern zu erkennen und sie wahrzunehmen und c) offen-neugierig zu sein für das eigene Leben und dieses wohlwollend anzunehmen, egal was es bringt. Dies sind die „Wachstums- und Gesundheitsförderer“ für Geist und Seele . Wie bereits gesagt: Gesundheit ist nicht machbar. Man sagt im Volksmund: Es gesundet! Es heilt!
Halte immer an der Gegenwart fest. Jeder Zustand, ja jeder Augenblick ist von unendlichem Wert, denn er ist der Repräsentant einer ganzen Ewigkeit.
∼ J.W.von Goethe ∼
Glück = Im Einklang sein mit dem Leben
Sich glücklich zu fühlen, ist wohl für uns alle ein erstrebenswerter Zustand. Wir können jedoch auch das Glück nicht MACHEN, sondern es stellt sich ein, wenn wir im Einklang sind mit dem Leben, das für uns bestimmt ist! Dass wir dies oft nicht sind, zeigen folgende (uns allen sicher bestens bekannten) Situationen:
- Wir sind niedergeschlagen, unzufrieden mit einer Situation, einer Sache, einer Beziehung, etc.
- Wir fühlen uns so sehr am falschen Platz, dass wir leiden, weil wir z.B. neidisch sind, wenn Andere erfolgreicher, gesünder oder freudiger sind als wir.
- Vielleicht sind wir sogar darüber krank geworden, sind verzweifelt und haben keine Ahnung, was wir verändern könnten?
So oder ähnlich geht es fast allen Menschen heute. Manchen ist es bewusst, manchen nicht. Manche suchen nach Lösungen, andere wieder halten alles aus oder resignieren.
Im angekündigten Märchen nun geht es um die Begegnung zweier Menschen, Nachbarn, die vordergründig die gleichen Lebensbedingungen haben und dennoch ihr Leben so ganz anders empfinden. Der eine ist erfüllt und in seinem Element, der andere leidet unter seiner Situation und möchte gerne genauso erfolgreich sein wie sein Nachbar. Er strengt sich mehr und mehr an und hat dennoch immer weniger Freude und Kraft. Wohl verstanden, dem Leidenden geht es nicht um irgendeinen mehr oder weniger wichtigen materiellen Wunsch (ein Auto, ein Haus, ein Schmuckstück etc.). Es geht ihm vielmehr darum, einen sprichwörtlichen Weg ins Glück zu finden.
Das Schicksal mischt die Karten
Da kommt das Schicksal ins Spiel! Dieses hilft ihm, die Tür zu öffnen zu seinen tatsächlichen tiefen inneren Bedürfnissen, Sehnsüchten und Gaben! Er muss sich fragen: Wer bin ich? Welche Talente habe ich, die ich freudvoll ins Leben einbringen möchte? Dieses zugefallene Ereignis weitet seinen bis dahin eingeschränkten Horizont und erlaubt ihm, einen neuen Standpunkt einzunehmen.
Viele Menschen konnten bereits die Erfahrung machen, dass ein plötzliches, schicksalhaftes Ereignis sie „auf eine andere Spur“ bringt. Während wir vorher, in unserem Leiden, eine Veränderung noch als einen riesigen unüberwindbaren Berg gesehen haben, wird dieser plötzlich wie von Zauberhand klein oder verschwindet. Daran kannst du sehen, wie uns unsere eigenen Kopfgeschichten gefangen nehmen. Wir haben ja auch kaum mehr Zeit, auf unsere innere Stimme zu lauschen, oder? Da ist die ständige Dauer-Überfrachtung mit Informationen, da sind unsere vielen tiefen und zumeist unbewussten Konditionierungen, Selbstverurteilungen und Glaubenssätze. Dieses sind die Berge, die sich vor unser Glück stellen und unser Gemüt schwer werden lassen.
So kommt es zuweilen vor, dass eine Situation, eine Begegnung, ein Traum etc. uns so berührt, dass wir über dieses Erlebnis unseren Berg schlichtweg vergessen! Dies gibt uns die Chance, etwas Neues zu entdecken!
Und dieses Neue bin zunächst „ICH selbst“!!!
Endlich ist da wieder eine liebevolle Zuwendung zu dir selbst, wenn du dich für deine Sehnsüchte und Bedürfnisse zu öffnen beginnst, egal wie unwahrscheinlich diese sich im Moment anfühlen. Du beginnst, es für möglich zu halten, dass sich eine Änderung in deinem Leben zum Besseren vollziehen kann. Damit weitet sich dein Blick und du musst nun nicht mehr ausschließlich auf den dicken Berg schauen. Eine neue „Landschaft“ erscheint mit neuen Sichtweisen und Perspektiven.
Wie gut es sich anfühlt, wenn du die zuvor empfundene Schwere loslassen kannst und dich öffnen darfst für das NEUE. Du bist bereit, größer und weiter zu sehen: „Ja, da ist meine derzeitige Situation UND da ist auch meine Sehnsucht, die ich mich zuvor nicht getraut habe, anzuschauen.“ Damit nimmst du eine konkrete Standortbeschreibung vor, als eine nun viel bewusstere Basis, von der aus du weiter agieren kannst. Kannst du es mitfühlen, dass nun ein tiefes Aufatmen kommt und sich etwas in dir entspannt?
Nun bist du in der Lage, den entscheidenden Schritt heraus zu tun aus dem grollenden Tag-für-Tag-Funktionieren. Nun bist du bereit, dich für deine wahren Wünsche zu öffnen, zunächst vielleicht noch zaghaft, was völlig in Ordnung ist, dennoch mit Klarheit und Konsequenz.
Du hast es sicher verstanden! Das Schicksal (Schick-sal – geschicktes Heil) fordert uns heraus, aus gewohnten Bahnen herauszutreten, damit der Blick frei wird für das, was wirklich zu uns gehört. Wir dürfen uns unsere tiefe innere Wahrheit bewusst machen, denn erst damit schaffen wir eine Basis, von der aus wir uns für neue Schritte zu unserem Glück öffnen können. Damit sind wir attraktiv für das Glück!
Zur Vertiefung dieses Themas sind die folgenden Fragen vielleicht hilfreich für dich:
- Weißt du, wer du bist und wozu du hier bist? Zu welcher höheren Aufgabe bist du gewollt und berufen?
- Was müsste passieren, dass du dich glücklich und zufrieden fühlst?
- Wie kannst du dich selbst lieben, wenn du ständig gegen dich handelst?
- Wie schaffst du es, eine Gemeinschaft zu stärken, wenn du dich selbst schwächst?
- Wie würdest du es fühlen und wo am Körper spüren, wenn du Glück erlebst?
Schritt für Schritt in ein neues Leben
Auch bei uns ging die Entscheidung für ein komplett neues Leben nicht von Heute auf Morgen. Wir mussten uns unseren Ängsten, unseren Zweifeln, unseren Unsicherheiten und tief eingeprägten Glaubenssätzen stellen und diesen solange Raum geben, bis wir eine neue innere Stabilität erreicht hatten. Oft haben wir unsere geistigen Helfer um Beistand gebeten, lange Zeiten des Nichtwissens mussten regelrecht ausgehalten werden … und ganz langsam formte sich eine neue Weltsicht für uns. Erst dann konnten wir losgehen und die Veränderung anpacken … und in ein glücklicheres und erfüllteres Leben hineinwachsen
Soviel der „Vorrede“ Und jetzt das Märchen. Hab viel Freude beim entspannten Lesen.
Der Glückliche und der Unglückliche (Märchen aus Estland)
Es lebten einmal zwei Bauern, deren Höfe sich in unmittelbarer Nachbarschaft befanden. Der eine Bauer hatte viel Erfolg mit seiner Landwirtschaft und er kam mit den Jahren zu gutem Reichtum. Der andere Bauer mühte sich Monat für Monat, Jahr für Jahr, es wollte sich jedoch kein Erfolg einstellen, wie sehr er sich auch anstrengte. Er blieb arm.
Ich hatte es schon erwähnt, der arme Bauer war nicht etwa faul, nein er schuftete und rackerte, jedoch ohne dass er an seiner Armut etwas ändern konnte. Da ärgerte es ihn natürlich immer mehr, wenn er seinen Nachbarn in seinem Wohlstand sah. Er sinnierte und sinnierte darüber nach, was der andere denn wohl anders machte als er, kam aber zu keinem Ergebnis. Eines Nachts fand er keine Ruhe und beschloss, noch einmal vor sein Haus zu gehen, um nach dem Rechten zu schauen. Und was er da entdeckte, war für ihn etwas Ungeheuerliches: er sah auf dem Feld des Reichen einen Sämann.
Ganz verdutzt fragte der Arme den Sämann: „Was tust du denn hier?“ „Ich?“ antwortete der Sämann, „ich säe hier den Roggen für den Bauern.“
„Und warum tust du das?“ fragte noch verdutzter der arme Bauer. „Oh, das willst du wohl gerne wissen, nicht wahr? Also gut, ich bin das Glück des Reichen.“
Jetzt war unser armes Bäuerlein fassungslos und er fragte fast schon ärgerlich: „Und wo bitte ist dann mein Glück?“
„Tja, dein Glück, das wartet schon lange auf dich! Dort, hinter dem dicken Stein, da schläft es.“
Ich bin nicht das Glück eines Landwirts!
Sofort ging der Arme auf die Stelle zu, auf die der Sämann gedeutet hatte und er fand tatsächlich hinter dem Stein einen Schläfer. Er weckte diesen unverzüglich und schrie ihn fast an: „Sämann, steh auf und hilf mir! Säe Roggen bei mir!“ „Ach nein, das werde ich sicher nicht tun.“ antwortete der Schläfer und gähnte dabei herzhaft.
Kannst du dir vorstellen, was diese Antwort beim armen Bauern ausgelöst hat? Er verstand die Welt nicht mehr und fragte verdutzt: „Warum hilfst du mir nicht? Der andere Sämann sagte mir doch, dass du mein Glück bist!“ Schläfrig kam die Antwort: „Ja, dein Glück bin ich wohl aber ich bin nicht das Glück eines Landwirts.“
„Aber ich bin doch Landwirt! Was soll ich denn sonst tun?“, fragte der Arme nun reichlich hilflos. Die Antwort kam prompt: „Ja, du betreibst eine Landwirtschaft auf mehr schlechte als rechte Art. Spürst du denn nicht, dass du viel lieber etwas anderes tun würdest? Geh also und wähle dir ein anderes Handwerk.“
Erstaunen! „Ja – aber was denn?“ „Gibt es nicht etwas, von dem du träumst und das du schon immer tun wolltest?“ Da dämmerte es dem Armen und er stotterte vor sich hin: „Oh, vielleicht … vielleicht … möglicherweise sollte ich Künstler werden?“
„Endlich! Darauf habe ich lange gewartet. Gehe und werde ein Künstler!“
Ganz erschlagen ging der Arme wieder in sein Haus. Er war zu aufgeregt, um zu Bett zu gehen. Da blieb er einfach in seinem Sessel am wärmenden Ofenfeuer sitzen und überließ sich seinen Gedanken und Gefühlen und irgendwann schlief er ein. Als er am nächsten Tag aufwachte, war alles in ihm klar. Er verkaufte das Wenige, das er hatte, eröffnete in der Stadt ein Atelier und schuf wunderbare Kunstwerke aus Holz und Stein. Und was soll ich dir sagen: Nun kam das Glück zu ihm und blieb bei ihm sein Leben lang.
Kleine Schluss-Anmerkung von uns
Und wer weiß, vielleicht kann der glückliche Künstler nun seinen neuen Beruf sogar besser ausführen, als er es zuvor gekonnt hätte, weil er nun über mehr Lebenserfahrung und mehr Selbsterfahrung verfügt als zuvor?
So wünschen wir dir jetzt eine offene, weitende und liebevolle Kommunikation mit Dir selbst. Hinterlasse auch gerne einen Kommentar und berichte, was dieser Text und die Fragen bei dir ausgelöst haben. Danke dafür.
Von Herzen
Dein Team von Mamma Terra


